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2016/2017

Meine letzte Probe für dieses Jahr ist vorüber. In diesen Zeiten ist es schwer nur über Musik zu schreiben, denn meine Gedanken sind bei allen, die ihr Leben oder ihre Lieben durch diesen unnötigen Terror verloren haben. Ich hoffe, dass wir als Künstler etwas geben können, was wir als Gesellschaft in diesen Zeiten brauchen. Gegen Angst, gegen den Versuch unsere Freiheit einzuschränken aber auch gegen die unsäglichen Populisten, die aus dem Leid anderer Kapital schlagen wollen! Ich wünsche allen Besuchern meiner Seite ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in 2017. Im Anhang kommt, als kleines Geschenk, ein Einblick in die Produktion der Fünften Mahler. Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis, das die Akademische Philharmonie Heidelberg und ich in nur zwei Tagen erreichen konnten!
My last rehearsal for this year is over. It’s hard to write only about music in those days. My thoughts are with those, who lost their lives or their loves through this useless terror. I hope, that we as artists can give something, that our society needs. Against fear, against the idea of destroying our freedom and against those ineffable populists, who want to exploit from the suffering from others! Merry christmas and a good start into 2017 to all visitors of my page! As a little gift, I’d like tongive you a little insight into the CD production of Mahler 5 with the Akademische Philharmonie Heidelberg. I’m very proud of what we were able to achieve in only two days!

Seltsame Zeiten /strange times

Sorry for writing this only in german. If someone shall be able to translate it and feels the same, feel free to do so. Thanks!
Ich habe lange überlegt, ob es sinnvoll ist diesen Post zu schreiben. Inzwischen muss es aber einfach raus. Amerika hat gewählt. Einen Präsidenten, der im Jahr 2000 bei den Simpsons noch als undenkbar erschien und von dem viele Menschen nicht geglaubt hätten, dass er es tatsächlich werden kann. Mir geht es ganz genauso und ich frage mich nicht erst seit gestern, was eigentlich los ist auf dieser Welt. Warum bekommen Populisten, die offensichtlich inhaltlich nichts zu bieten haben so viel Zustimmung? Warum gibt es diesen Nährboden für Hass und Vorurteile? Eine kurze Antwort ist wohl nicht möglich und wäre auch falsch. Die noch wichtigere Frage ist allerdings: was kann man gegen diese Entwicklung tun? Andere für ihre Wahl beschimpfen und ihnen Vorwürfe machen? Das wäre der Weg derer, die nach meiner festen Überzeugung nicht unterstützt werden sollten. Jeder hat aber die Möglichkeit durch sein eigenes Handeln und eine offene, respektvolle Sicht auf andere Menschen und die Welt einen Unterschied zu machen. Lasst uns nicht verurteilen, lasst uns überzeugen. Kultur und in meinem Fall speziell die Musik, sind wichtiger denn je in so einer Situation. Wer Zugang dazu bekommt und sie als einen selbstverständlichen Teil seines Lebens erachtet, wird einen offeneren Geist haben als derjenige, der nie etwas fremdes kennenlernt. Lasst uns dafür kämpfen, dass niemand mehr ausgeschlossen wird, auch wenn er zurzeit vielleicht Gedanken und eine Gesinnung trägt, die uns nicht passt. Wir stehen in Europa vor einem großen Problem, dafür müssen wir nicht auf die US-Wahl schauen. Wir können uns auch einfach fragen: wie kann es sein, dass in einer der reichsten Städte in Deutschland um eine Flüchtlingsunterkunft eine Mauer gebaut wird, die eine andere, die es zum Glück nicht mehr gibt, nicht nur in puncto Höhe, sondern auch in ihrer Außenwirkung an Absurdität übertrifft. Sollten nicht gerade wir es wirklich besser wissen??? Lasst uns überzeugen! In meinem Beruf ist es inzwischen wichtig, dass man das wieso erklären kann, dass man überzeugt. Einfach zu verlangen, dass alle davon ausgehen, dass man Recht hat, ist (glücklicherweise) von gestern. Ich hoffe, dass es bei den etablierten Parteien ankommt, dass genau das der Weg ist, der beschritten werden muss. „Wir schaffen das“ finde ich richtig. Es wäre aber angebracht gewesen zu sagen wie wir das schaffen und warum gewisse Dinge vielleicht alternativlos sind bzw. zu zeigen, was die Alternativen wären. Lasst uns diese Welt nicht den Populisten überlassen, weil sie vielleicht markige Sprüche liefern, die gut ankommen. Demokratie kostet Kraft und ohne Arbeit an ihr kann man Freiheit vergessen. Aber sie ist es wert. Und an alle Kollegen aus der Kultur: lasst uns dafür streiten und Kämpfen, dass es keinen Rückbau der Kultur mehr geben DARF, sondern sie endlich die gesellschaftliche Rolle spielt, die sie haben MUSS, um so etwas wie Populismus gar nicht erst erfolgreich werden lassen zu können. Dann können wir auch die Politiker glaubhaft davon überzeugen, dass Kultur zwar Geld kostet, im Gegensatz zu vielen anderen Dingen aber tatsächlich einen Wert hat, der nicht zu beziffern ist. Sie ist schlicht und einfach ein Menschenrecht!

Mahler 5 in Heidelberg

Das war ein intensives Wochenende für die Akademische Philharmonie Heidelberg und mich aber nach zwei Tagen Aufnahme hatten wir die 5. Mahler im Kasten. Ich bin wahnsinnig gespannt auf das Ergebnis… Tausend Dank an das Idee und Klang Studio für die fantastische Zusammenarbeit!

That was an intensive weekend for the Akademische Philharmonie Heidelberg and me but after to days we finished recording Mahler 5. I’m really curious about the result. Many thanks to Idee und Klang Studio for the excellent collaboration!

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Wow!

Was für ein Abend! Beethoven, Mahler, Soyoung Yoon, die Akademische Philharmonie Heidelberg und 1200 jubelnde Zuhörer. Einfach großartig! Ich freue mich schon wahnsinnig darauf das Programm nächsten Samstag in Dillenburg zu wiederholen.Gerade bin ich in Zagreb gelandet, wo es gleich heute mit den Proben zu dem Konzert mit Denis Matsuev und ZAGREBAČKA FILHARMONIJA-ZAGREB PHILHARMONIC ORCHESTRA am Montag in Ljubljana weitergeht. 

What a night! Beethoven, Mahler, Soyoung Yoon, the Akademische Philharmonie Heidelberg and 1200 cheering listeners. Just great! Looking very much forward to repeat the program next Saturday in Dillenburg. I’ve just landed in Zagreb, to rehearse for the concert with Denis Matsuev and Zagreb Philharmonic Orchestra on Monday in Ljubljana.

Jesko Sirvend ist Gewinner des dritten Preises und Publikumspreises 2015 und des fünften Platzes 2012 des renommierten Nikolai-Malko-Wettbewerb für junge Dirigenten in Kopenhagen. Seit 2009 ist er Dirigent der Akademischen Philharmonie Heidelberg. Darüber hinaus arbeitete er in den vergangenen Jahren mehrfach mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, der Staatskapelle Halle, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, dem Kritischen Orchester®, den Düsseldorfer Symphoniker, dem Berner Symphonieorchester und dem Zagreb Philharmonic Orchestra.

Jesko Sirvend studierte Dirigieren in der Klasse von Prof. Michael Luig an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Er nahm an Meisterkursen bei Jorma Panula, Prof. Gunter Kahlert (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar), Prof. Johannes Schlaefli (Musikhochschule Zürich) und Prof. Colin Metters (Royal Academy of Music London) teil. Seine vorherige Ausbildung in den Fächern Schlagzeug und Klavier erhielt er am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main.

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